construction (( Bayerische Staatsoper & .aes ))

nationaltheater-vorhang

Jens Kilian: AIDA bühnenbild. es ist 5 minuten vor zwölf, gleich hat Herr Kilian einen termin in der konstruktionsabteilung der Bayerischen Staatsoper. um punkt zwölf betritt er fröhlich den raum, der sich nach herzlichem hallo sehr rasch mit konzentration füllt. nachdem ich in poing schon einen kleinen blick auf die pläne des bühnenbildes geworfen habe, sehe ich nun mehr: es wird bei diesem bühnenbild genug raum sein um frei denken zu können. an dieser stelle werde ich noch nichts genaueres sagen; alles wird sich mit dem beginn der proben nach und nach für Sie zu einem ganzen bild erschlieszen.

jetzt ist es wichtiger, die stimmung einzufangen, die vor der heiszen probenzeit herrscht. die vorbereitungen auf den beginn. ein wimpernschlag und wir befinden uns in einem ernsthaften fachgespräch, wie gegenstände auf der bühne mit soundsoviel tonnen lautlos bewegt, gedreht, geöffnet, beleuchtet werden können. auch hier wird mir schnell klar, mit was für einem umfassenden fachwissen über statik und hydraulik sämtliche mitarbeiter arbeiten. kleine architekten. eine wahre freude. und schon hier ist das publikum im visier des ganzen teams. was sieht der zuschauer, was hört er? sind trennlinien zu erkennen, halterungen, lichtschatten, ist das material beständig, wo werden sich verschleiszerscheinungen abzeichnen? und sofort werden lösungen für alle herausforderungen gesammelt. endlos die reihe der fragen. jede frage für sich alleine absolut essentiell für den gesamtablauf des aufführungsabends. Jens Kilian versucht alle eventualitäten abzuklopfen: was könnte passieren wenn… – ist das so, wie es vorgegeben wurde –  Ihr wiszt, dasz sich die bühne drehen und bewegen wird… auch sagt er ganz klar: das will ich nicht – oder: das ist toll; – super, was ihr da macht! der vorschlag, den lichtdurchlässigen bühnenboden auf eine bestimmte art zu gestalten (es liegen selbstverständlich muster vor), wird mit erleichterung und freude für geeignet befunden; und dann fahren wir noch nach poing um stoffe zu sichten. darüber berichte ich Ihnen gesondert. ein erlesenes lager an stoffen für jede gelegenheit. ja, und dann gibt es da noch Marie, „Mariechen“ die wir bald noch näher kennen lernen werden.